Bürgerhaus: Workshop zur Entwicklung eines Leitungs- und Betreiberkonzepts

„Im Moment ist das Bürgerhaus noch so ein abstrakter Begriff, der mit Veranstaltungen wie dieser aber schon viel konkreter wird." So die Worte von Mendens Bürgermeister Martin Wächter zum Abschluss des „Workshops zur Entwicklung eines Leitungs- und Betreiberkonzepts für ein Bürgerhaus in Menden", zu dem am Mittwoch (15. Februar 2017) zahlreiche Vertreter von Vereinen, Verbänden, aus Politik und Verwaltung, sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen waren. Dabei wurde im Bodelschwinghhaus in Menden ausdrücklich nicht über die bauliche Beschaffenheit diskutiert. „Es geht darum ein Bürgerhaus mit Leben zu füllen", so Hartmut Welters vom Planungsbüro Post und Welters, der den Workshop moderierte. Auf farbigen Karten konnten die Teilnehmer eintragen, wie das Bürgersaalgebäude aktuell genutzt wird und welche Angebote es dort gibt. Aber auch welche Angebote die Anwesenden künftig im Bürgerhaus realisieren möchten und welche Wünsche und Ideen es gibt.
Aktuell gleicht das Bürgerhaus „einem Gemischtwarenladen". Diesen Vergleich zog die Bürgerbeauftragte der Stadt Christiane Meißner. Denn neben Seniorentreff oder den Familienlotsen nutzen auch „Menden á la Carte", der Kindersommer oder der Kindertrödelmarkt das Gebäude, es gibt einen Fraktionsraum und auch die Politessen haben dort ein Büro. Zusätzlich ist die Rathauskantine Sozialraum für die Mitarbeiter der Verwaltung.
Viel typischer für ein Bürgerhaus waren da schon eher die Vorschläge für die künftige Nutzung: Repaircafé, offener Treffpunkt für Familienberatung, Veranstaltungen und Schulungen der Volkshochschule, Medienschulungen für Senioren, Kulturabende, Ehrenamtsbörse oder ein Tauschraum für Bücher waren nur ein paar der Vorschläge aus der Runde. Aber auch eine kleine Bühne für Aufführungen, Probenräume für Bands oder Werkräume für Künstler sind vorstellbar. Kern könnte ein sogenannter Integrationsbetrieb sein. Also eine Gastronomie in der auch Menschen mit Behinderung dauerhaft beruflich integriert werden. So etwas ließe sich zum Beispiel in Zusammenarbeit mit einem freigemeinnützigen Träger der Behindertenarbeit umsetzten.
Viele schöne Ideen für ein Bürgerhaus, das offen für alle Gruppen und Bürger sein soll. „Das setzt aber auch Engagement voraus", so Welters. Und natürlich die zentrale Frage: Wie könnte so etwas organisiert und geleitet werden? Träger müsse ganz klar die Stadt sein, so Bürgermeister Wächter. Zentral gehe es um die Frage des Betreibers. Mögliche Lösung hierfür könnte ein Modell aus mehreren Säulen sein, so dass die Stadtverwaltung zusammen mit Verbänden und Vereinen aber auch mit Bürgern ein solches Haus gemeinsam betreibt und die organisatorischen Hürden dabei so niedrig wie möglich bleiben. Um diese Idee weiter voran zu treiben und konkreter werden zu lassen, wurde aus diesem Workshop ein weiterer Arbeitskreis gebildet. Darin soll das Leitungs- und Betreiberkonzept jetzt weiter entwickelt werden. Denn nur so kann dann auch im Herbst der Rat über das Projekt „Ein Bürgerhaus für Menden" abstimmen.

Hintergrund: Aktuell laufen Verhandlungen mit den drei Preisträgern des Planungswettbewerbs. Anhand einer festgelegten Bewertungsmatrix werden alle drei Preisträger und ihre Entwürfe genau unter die Lupe genommen, so dass z.B. auch die Kosten für die Maßnahme, die Erfahrung des Bauleiters und viele weitere wichtige Dinge bewertet werden. Für die Kosten hat die Stadt eine Obergrenze festgelegt. Sie wird die Kostenschätzungen der Preisträger von einem externen Fachgutachter überprüfen lassen. Auf der Grundlage dieser detaillierten Prüfung wird der zu realisierende Entwurf ausgewählt. Dann werden die konkreten Planungsentwürfe für den Förderantrag, inkl. Technik, Statik und Brandschutz erarbeitet. Dies und auch das Leitungs- und Betreiberkonzept bilden dann die Grundlage für eine politische Entscheidung im Herbst.