Kalkulation für einen Neubau "Umkleidegebäude" des DJK Bösperde

Mitte Dezember 2017 wurden der Verwaltung Pläne und Ansichten für einen Neubau eines zweigeschossigen Umkleidegebäudes von mehr als 22 Metern Länge vom DJK Bösperde vorgelegt. Diese Pläne, die der Verein, wie der zweite Vorsitzende in dem offenen Brief schreibt, „mit einem kostenlosen Internetprogramm" erstellt hat, dienten dem ISM als Grundlage für die Kostenschätzungen für einen solchen Neubau nach heutigen energetischen und technischen Vorgaben. Aufgrund von Faktoren wie zum Beispiel der Größe des geplanten Gebäudes auf diesen ersten Skizzen, der Zahl der Fenster und Türen, der Ausstattung alleine im Sanitärbereich und der aufwändigen Technik, die in solchen Bauten erforderlich ist, wurden die Kosten auf circa 780.000 Euro geschätzt. Inklusive weiterer Faktoren, wie Architekten- und Ingenieursleistungen zum Beispiel für Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallationen, Statik und Brandschutz, die außerdem zu berücksichtigen sind. Alleine aufgrund dieses hohen Aufwandes an nötigen Leistungen hält der ISM die geschätzten Kosten für gerechtfertigt. Eine entsprechende Auflistung der einzelnen Positionen ist den Fraktionen im Rat der Stadt zur Verfügung gestellt worden und soll im Sportausschuss am 23. Januar 2018 erläutert werden.

Grundsätzlich ist die Größe des vorhandenen Gebäudes für den Sportbetrieb ausreichend. Dass dieses Gebäude in die Jahre gekommen ist und dringend renoviert und saniert werden muss, steht außer Frage. Ein Neubau würde dem Verein natürlich ein deutlich größeres Raumangebot bringen.

Für Unverständnis sorgen unterdessen Aussagen von Seiten der Politik, dass in der Verwaltung „unerwünschte Projekte kaputtgerechnet werden". So schreibt es die Westfalenpost Menden in der vergangenen Woche. „Bennen Sie uns ein konkretes Projekte, bei dem so etwas der Fall war", fordert Bürgermeister Martin Wächter. „Die Schätzung, die der ISM angestellt hat, ist nicht einfach so aus der Luft gegriffen. Sie bezieht sich auf die Entwürfe des Vereins. Angepasst natürlich auch an die aktuelle Situation in der Baubranche. Das wird jeder, der zurzeit ein Haus baut bestätigen können."

„Dass wir mit dem Verein gemeinsam eine Lösung finden möchten, zeigt ja auch schon, dass wir den Zuschuss an den Verein für die Sanierung doppelt so hoch veranschlagt haben, als es der Ratsbeschluss vom 21.02.2017 mit einer Summe von 100.000 € ursprünglich vorsah", so Kämmerer Uwe Siemonsmeier.

Gleiches gilt für die Leistung des ISM, mit der der Verein in Planung und Kalkulation unterstützt werden sollte. Der ISM ist kurzfristig eingesprungen, weil der eigene Architekt des Vereins ausgefallen ist. In der Regel gehören solche Dienstleistungen nicht zum Aufgabenbereich des städtischen Eigenbetriebes.

Im Sportausschuss, so ist sich der Verwaltungsvorstand sicher, wird noch darüber zu sprechen sein und nach einer Lösung gesucht werden müssen, mit der alle gut leben können.