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Menden


Das "Team Integration" in Menden stellt sich vor

Das "Team Integration" in Menden steht auf der Treppe, die aus dem Rathaus auf den Platz unter dem Zeltdach führt
Das "Team Integration"

„Den ersten Part, nämlich für eine Unterkunft zu sorgen, haben wir gut hinbekommen. Jetzt geht es an die Integration der geflüchteten Menschen. Und da sind wir mit unserem ‚Team Integration‘ ganz neu und gut aufgestellt." Das sagte der Kämmerer und Sozialdezernent der Stadt Menden Uwe Siemonsmeier zu Beginn der Vorstellung des neuen Teams in der Stadtverwaltung am Mittwoch (8. Februar 2017). Die vier Flüchtlingssozialarbeiter Birga Leimeier, Dominic Lenze, Philipp Nikodem und Boie Peters sind aber nur ein Teil dieses Teams. „Dazu kommen zum Beispiel noch die Leistungssachbearbeiter, Hausmeister in den Unterkünften, Bufdis und Praktikanten, so dass wir aktuell 14 Leute sind", sagte Heike Berkes, die das Team seit Anfang des Jahres leitet. Ganz besonders wichtig seien aber auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, betont Berkes. Denn ohne die gehe es nicht. Deshalb soll es am 25. März auch eine Einladung für das Ehrenamt im Bereich Flüchtlinge geben: um Danke zu sagen, einen Vortrag für die Freiwilligen anzubieten und erste Ideen für die Vernetzung zu sammeln. Denn das Betätigungsfeld alleine bei den Ehrenamtlichen ist groß und geht von Patenschaften, Sprachunterricht über dolmetschen bis hin zu Gruppenaktivitäten wie Sport oder Musikmachen. „Ohne die Ehrenamtlichen könnten wir das so alles gar nicht leisten. Denn Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", betonte Boie Peters, der zusätzlich zur Flüchtlingssozialarbeit auch der Integrationsbeauftragt der Stadt Menden ist.
Die Aufgaben des neuen „Team Integration" sind genauso vielfältig, wie die einzelnen Geschichten und Schicksale der geflüchteten Menschen selbst, die nach Menden gekommen sind. Wichtig ist dabei: Die Mitarbeiter sind in den Sammelunterkünften direkt vor Ort, haben dort ihre Büros und sind Ansprechpartner - auch für die kleineren Probleme des täglichen Lebens. Aber auch im Rathaus gibt es mit Birga Leimeier einen zentralen Anlaufpunkt. Speziell für die Geflüchteten, die bereits aus den Unterkünften in eine eigene Wohnung umziehen konnten. „Gerade den Männern fällt oft die Decke auf den Kopf, weil ihnen ganz einfach die Aufgabe fehlt. Das führt häufig zu Depressionen." so Leimeier. Hier versucht sie - aus ihrem Büro im Rathaus aber auch bei Besuchen im neuen Zuhause, Lebenshilfe zu geben oder Hilfsangebote zu vermitteln. Klare Perspektiven schaffen und die Lebenssituation stabilisieren gehört dabei genauso dazu. „Das ist auch etwas, was wir den Menschen mitgeben können, die nicht in Menden bleiben dürfen" sagte Dominic Lenze. Denn gerade was das Thema einer drohenden Abschiebung angeht sind viele seiner Schützlinge verunsichert und haben Angst. Hier bleibe oft nur zu beraten oder auch über die sogenannte „freiwillige Rückführung" zu informieren. Denn die läuft für die Betroffenen geplanter ab, als eine Abschiebung, bei der man sich oft noch nicht einmal mehr verabschieden kann. „Hier stoßen wir an die Grenzen unserer Möglichkeiten und klar: das tut auch weh. Was wir den Menschen dann mitgeben können sind Impulse für das Leben nach der Rückreise und vor allem unsere Herzlichkeit", ergänzte Boie Peters.
„Grundsätzlich haben wir es hier in Menden aber gut getroffen. Kleine Streitigkeiten und Auseinandersetzungen gibt es natürlich. Generell herrscht hier aber ein friedvoller und sozialer Umgang unter und mit den Flüchtlingen", so Peters.