Wiese, Begrünung in Schattenzonen (als Gartenelemente)

Blumenwiese
Blumenwiese

Blumenwiesen sind selten geworden, obwohl sie, zumindest in Zeiten voller, bunter Blütenpracht, umherfliegender Schmetterlinge und Hummeln/Bienen auf die meisten Menschen attraktiv und belebend wirken. Die Vielfalt an Pflanzenarten bietet Nahrung für unzählige Insekten und andere Kleintiere. Wiesen fungieren im Garten als Biotop sowie als Gestaltungselement, ihr Bewuchs reagiert i.d.R. empfindlich auf Betreten und macht diesen Gartenteil z.B. für Spiel oder Sport ungeeignet. Wiesen werden im Unterschied zu Nutzrasen nur ein- bis dreimal pro Jahr gemäht. Diese Pflege lässt ausschließlich das Aufkommen krautiger Pflanzen zu und verhindert das von Gehölzen. Erwünscht ist ein bunt blühender Blumenaspekt als Kennzeichen eines für Flora und Fauna wertvollen Biotops. Je nach den Vorbedingungen wird dieser mit geduldigem Pflegeeinsatz erreicht. Dreh- und Angelpunkt stellt der Gehalt an Stickstoff und Phosphaten dar, der sich vereinfacht darstellt in: je nährstoffärmer um so artenreicher. Üblicherweise wird in Gärten reichlich gedüngt. Wird ein solcher Garten sich selbst überlassen, entwickelt sich rasch eine stickstoffliebende Staudenflur, dominiert von Brennesseln, Giersch und Kleblabkraut, die mit ihrer Wuchstüchtigkeit weitgehend alle anderen Arten unterdrücken. Zwar stellen auch Brennesseln & Co Nahrungsgrundlagen für einige Tierarten bereit, deren Anzahl reduziert sich jedoch auf relativ wenige (nichtsdestotrotz sind „Brennesselecken" in Garten und Landschaft u.a. wichtig für das Überleben einiger unserer hübschen Tagschmetterlinge wie Admiral, Distelfalter, Landkärtchen, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs, darüberhinaus können sie als vitamin- und mineralreiches Wildgemüse dienen).
Folglich steht bei Anlage und Pflege einer artenreichen Wiese eine Nährstoffreduzierung im Fokus. Soll eine bislang gut nährstoffversorgte Teilfläche in Blumenwiese umgewandelt werden, empfiehlt sich zur Beschleunigung eines sehenswerten Ergebnisses ein teilweiser Bodenaustausch, der durch eine Einmischung mit nährstoffarmem Substrat (Grus/Grobsand/Splitt aus basenreichem Kalkgestein ist empflehlenswert) auf das gewünschte Volumen/Niveau gebracht wird. Abhängig vom Deckungsgrad der übrig gebliebenen Vegetation ist neu einzusäen. Optimal ist die Verwendung von heimischem Saatgut, deren genetische Merkmale optimal an die hiesigen Verhältnisse angepasst ist. Es kann für kleine Flächen in geringen Mengen im Freiland gesammelt werden oder Eigentümer diesbezüglich interessanter Flächen (auch z.B. die Stadt Menden) können angesprochen werden, ob sie Schnittgut abgeben, dass auf der einzugrünenden Fläche zu verteilen ist. Im Rahmen der Pflege ist der Stickstoffgehalt durch Mahd mit anschließender Entsorgung des Mähguts zu reduzieren bzw. auf einem niedrigen Niveau zu halten. Niedrige Stickstoffgehalte hemmen die Ausbreitung stark wüchsiger Pflanzen und es entsteht Platz für konkurrenzschwächere Arten. Im Laufe der Zeit (bitte Geduld!) entwickelt sich die „bunte Blumenwiese" auf der es summt, brummt, zirpt und flattert. Nicht nur Wildbienen finden hier wichtige Übergangsmahlzeiten in Zeiten, wenn unsere Nutzpflanzen vom Apfelbaum bis zur Tomate, die schließlich von der Bestäubung dieser Bienen abhängig sind, gerade einmal für selbige nichts übrig haben.
Bei der Mahd dürfen die Pflanzen nicht zu tief abgeschnitten werden, um deren Regenerationszonen nicht zu beschädigen -> 8 - 10 cm. Schwierig ist die Wahl der Mahdzeitpunkte, für die es keine allgemeingültigen Angaben gibt. Anfangs werden drei Mahden pro Jahr nötig sein - die erste in der ersten Maihälfte, wenn die Wiese kniehoch in vollem Saft steht, die zweite mitten im Sommer, abschließend ein bereinigender Schnitt Ende Oktober/November der das vergehende Grün beseitigt. Später werden die erste und die letzte Mahd genügen. Optimal ist eine zeitlich verschachtelte Mahd auf zwei Teilflächen der Wiese im Abstand von ca. vier Wochen. Mehr Pflanzenarten gelangen zur Blüte und/oder Samenreife und die Wiesentiere stehen nicht plötzlich vor dem Nahrungsentzug, da es auf der zuerst gemähten Teilfläche wieder zu blühen beginnt, wenn die zweite geschnitten wird. Dieser Aspekt ist z.B. für Wildbienen existentiell. Außerdem sollten die Mahdzeitpunkte von Jahr zu Jahr im Sinne einer höheren Artenvielfalt etwas variiert werden.

Krautvegetation im Schatten

auch in Schattenbereichen kann eine Vielzahl bunter Blumen gedeihen
auch in Schattenbereichen kann eine Vielzahl bunter Blumen gedeihen

Ähnlich wie bei der Blumenwiese verhält es sich mit der Krautvegetation im Schatten von Gehölzen. Hier gibt es hinsichtlich der Wertigkeit für die heimische Natur weitaus sinnvollere Möglichkeiten als z.B. der häufig verwendete Rindenmulch, der eine überdenkenswürdige, leblose Monotonität auf dem Boden erzeugt. Ein Vorbild für attraktives Pflanzenleben auf beschattetem Boden liefern die basenreichen Wälder (bei uns z.B. die Kalkbuchenwälder in Mendens Süden oder im Mendener Konglomerat). Hier gedeihen Waldmeister, Gelbe und Gefleckte Taubnessel, Gelbstern, Hohler Lerchensporn, Geflecktes Lungenkraut, Bingelkraut, Einblütiges Perlgras, Weißes und Gelbes Buschwindröschen, Aronstab, Bärlauch, Einbeere, Vielblütige Weißwurz, Große Sternmiere, Gundermann, Waldsegge, Grüne Nieswurz und viele mehr liefern einen Anreiz, auch die Schattenseiten zu beleben.