Gut Rödinghausen

Geschichte & Zukunft

Das Gut Rödinghausen liegt in Lendringsen und war über mehrere Jahrhunderte Wohnsitz der Freiherren von Dücker, einem der bekanntesten Adelsgeschlechter Westfalens. Die Familie bekleidete über viele Generationen das Amt des Oberkellners am kurfürstlichen Hof in Arnsberg. Mit der Gründung der Rödinghauser Eisenfabrique gehörten die von Dückers zu den wenigen Adeligen, die sich als Unternehmer betätigten.

 

1807 ließ Caspar Ignaz von Dücker das klassizistische Herrenhaus für die Familie erbauen. Als junger Mann studierte er in England neue Industrieverfahren. Dort hat er offenbar auch die englischen Landschaftsgärten lieben gelernt. So ließ er hinter dem Herrenhaus, zwischen der Hönne und einem angeschlossenen Wassergraben, einen englischen Park als scheinbar naturbelassenes Gelände und romantischen Rückzugsort anlegen. Heute glänzt der Park mit einem prachtvollen alten Baumbestand. Literarische Bedeutung erhielt Gut Rödinghausen durch die Aufenthalte der berühmten deutschen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff.

Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz und wurde im Jahr 2007 von der Stadt Menden auf Erbpachtbasis erworben. Im Sommer 2019 soll das neue Industriemuseum im Obergeschoss des Herrenhauses erstmals seine Türen für die Besucher öffnen. Auf rund 220 m² werden über 300 Jahre Mendener Industriegeschichte präsentiert. Medien- und Mitmachstationen sollen den Besuchern die Möglichkeit bieten, die Geschichte aktiv und mit allen Sinnen zu erfahren. Im Erdgeschoss und im Zwischengeschoss werden künftig Wechselausstellungen aus den Bereichen Kunst und Kulturgeschichte gezeigt. Im Kaminsaal werden Lesungen, Konzerte und moderne Kleinkunstprojekte angeboten. Er kann aber auch für Hochzeiten und andere Veranstaltungen gemietet werden.