„Schluss mit lustig“ lautet der Titel der Ausstellung, die noch bis zum 18. August im Rathausfoyer besucht werden kann. Der bekannte Mendener Künstler Jürgen Rosenthal hat über 40 Jahre lang das Mendener Geschehen in Karikaturen für die Westfalenpost (1969–1978) und für die ehemalige Mendener Zeitung (1978–2010) eingefangen und mit der ihm eigenen spitzen Feder dokumentiert bzw. kommentiert. Ein humoristisches Kaleidoskop der Mendener Ereignisse, Entwicklungen und der Eigenarten unserer Stadt ist dabei entstanden, das seinesgleichen sucht. Gleichzeitig sind diese Zeichnungen ein wertvolles Archiv der jüngeren Zeitgeschichte. In der Ausstellung werden außerdem einige Zeitungsseiten und Sammelmappen im Original zu sehen sein.
Das karikaturistische Oeuvre Rosenthals umfasst mehr als 2.000 Zeichnungen. Ein Querschnitt aus diesem einzigartigen Gesamtwerk wird anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums in der Sonderausstellung im Rathausfoyer gezeigt. Präsentiert werden insgesamt etwa 400–600 Werke, bei denen die Besucher auf Entdeckungsreise gehen können. Dabei dürfte so manche Erinnerung wieder wach werden – vermutlich oft erst auf den 2. oder 3. Blick. Sicher werden besonders die Zeitungsleser bei den Themen einiges wiedererkennen, die sich wiederkehrend durch die Jahre ziehen: Ob Rat und Verwaltung, Etat, Kosten, Schulden, Verkehr, die A46 und das Bahnhofsgelände, Umwelt, Bürgerbegehren und Proteste, aber auch Menschliches und Tierisches – meistens wird all dies begleitet vom unverkennbaren St.-Vinzenz-Kirchturm.
Mit diesen Themenbereichen von 1970 bis 2010 verbindet man natürlich Personen und Persönlichkeiten. Hinzu kommen Zusammenfassungen von Weihnachts- und Neujahrskarikaturen, eine Auswahl an Lokalsportkarikaturen und im Großformat Jahresrückblicke und Sonderseiten aus der Mendener Zeitung sowie Beiträge für die Karnevalszeitung Witzbold.
Nach gründlichem Lesen der Lokalausgaben sind die Karikaturen fast immer Freitagnachmittags entstanden, meist als Rückblick auf die Woche oder Ausblick auf Kommendes und oft nach kurzer thematischer Abstimmung mit der Lokalredaktion, die die Zeichnung dann für Samstag eingeplant hat. Wer durch die Ausstellung geht, erlebt auf unterhaltsame, kunstvolle und eindringliche Weise 40 Jahre Mendener Stadtgeschichte, die so wohl vorerst nicht wieder zu sehen sein wird. Humorvoll, kritisch und immer wertschätzend hat Jürgen Rosenthal den Mendenerinnen und Mendenern die Welt gedeutet und schon am Frühstückstisch dazu verholfen, dass selbst strittige Themen dann doch mit einem Schmunzeln betrachtet werden konnten.
