Mit gleich zwei öffentlichen Themenführungen nehmen die Museen der Stadt Menden am Wochenende 07./08. November 2026 zwei wichtige Kapitel der Mendener Stadtgeschichte in den Blick. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich!
»Hexenverfolgung in Menden«, 07.11.2026
Zwischen 1628 und 1632 wurden in Menden mehr als 100 Menschen als Hexe oder Hexer hingerichtet; eine besonders heftige Ausprägung der europaweiten Hexenverfolgung. Doch wie kam es dazu, und welche Schicksale verbergen sich hinter den historischen Prozessakten?
Diesen und weiteren Fragen geht Museumspädagogin Karen Vogelsang am Samstag, 07.11.2026 um 13 Uhr in einer öffentlichen, ca. 60-minütigen Themenführung im Museum Poenigeturm nach. Unter Einbezug der Kunstinstallation »47 Hexenschreine« der Künstlerinnen Ulla Brockfeld und Dagmar Müller, die sich auf die 47 noch erhaltenen Hexenprotokolle aus der damaligen Zeit beziehen, werden die Anfänge und historischen Hintergründen der Mendener Hexenverfolgung nachgezeichnet. Die mit individuellen Kunstwerken gefüllten, schwarzen Tonschreine halten die Erinnerung an eines der schlimmsten Kapitel in der Mendener Stadtgeschichte wach und erzählen so vom Schicksal der Angeklagten und unschuldig Hingerichteten. Der Poenigeturm wird auf diese Weise in seiner Bedeutung und Nutzung als mittelalterlicher Wehrturm, frühneuzeitliches Gefängnis und musealer Erinnerungsort erfahrbar gemacht.
Wie an jedem erstem Samstag im Monat, kann der Poenigeturm auch an diesem Tag von 12 bis 13 Uhr eigenständig besucht werden. Noch bis zum 21.11.2026 kann die aktuelle Sonderausstellung »Trisonanzen« der Künstlergruppe »Kooperative Kunst KK22« an jedem 1. und 3.* Samstag im Monat besucht werden (*in Anwesenheit einer Künstlerin bzw. eines Künstlers von KK22). In ihrer Gruppenausstellung beziehen die Mendener Künstlerinnen und Künstler Sonja Heller, Jeannette Obst und Anno Weihs in drei eigens für den Poenigeturm geschaffenen Raum-, Klang- und Videoinstallationen Position zu 750 Jahre Mendener Stadtgeschichte, die eine einzigartige Raumerfahrung bieten. Der Eintritt ist frei!
»Jüdisches Leben in Menden«, 08.11.2026
Jüdische Bürgerinnen und Bürger waren über viele Jahrzehnte Teil der Mendener Stadtgesellschaft und bestimmten das wirtschaftliche und soziale Leben mit. Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten begannen Ausgrenzung und Vertreibung, Deportation und Ermordung. So wie überall im Land, wurden auch in Menden in der Reichspogromnacht am 09.11.1938 Menschen jüdischen Glaubens angegriffen und ihre Wohnhäuser und Geschäfte zerstört.
Anlässlich des Gedenkens an die Novemberpogrome von 1938 bietet Museumspädagogin Karen Vogelsang am Sonntag, 08.11.2026 um 11.00 Uhr eine öffentliche Themenführung durch die Mendener Altstadt an. Bei der ca. 90-minütigen Führung werden ausgewählte Orte früheren jüdischen Lebens besucht, darunter ehemalige jüdische Wohn- und Geschäftshäuser, der Jüdische Friedhof am Nordwall oder der Ort des Erinnerns am Standort der 1821 errichteten Synagoge in der Hochstraße. Heutzutage erinnert die Abteilung »Jüdisches Leben in Menden« im Museum für Stadt- und Kulturgeschichte an dieses Kapitel, die im Rahmen der Führung ebenfalls kurz vorgestellt wird.
Anmeldung für Themenführungen ab sofort möglich
Aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl ist für beide Veranstaltungen eine vorherige Anmeldung bis spätestens Mittwoch, 04.11.2026 unter Tel. 02373 903-8770 zu den Öffnungszeiten des Industriemuseums auf Gut Rödinghausen (Mi., Do. 9 bis 17 Uhr | Sa., So. 10 bis 18 Uhr | an Feiertagen geschlossen) oder jederzeit per Mail an museum@menden.de erforderlich.
Die Teilnahmegebühr in Höhe von 5,00 Euro pro Person und pro Führungstermin ist am Veranstaltungstag bitte in bar zu entrichten.
Der Treffpunkt für die Führung am 07.11.2026 ist am Museum Poenigeturm (Turmstraße, 5706 Menden) bzw. für die Führung am 08.11.2026 am Museum für Stadt- und Kulturgeschichte (Marktplatz 3, 58706 Menden). Aufgrund der historischen Bausubstanz sind der Poenigeturm sowie einige Stationen der Stadtführung nicht barrierefrei.
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