Stadtteiltreffs: Erste Bilanz nach Wiedereröffnung

Bedarf vor allem bei Jugendlichen groß

Irgendwann sind alle Videospiele gespielt, Netflix bietet nicht mehr ausreichend Futter und alle Bücher sind gelesen. Wohin mit der Freizeit neben Homeschooling oder Präsenztagen in der Schule? Vielen Kindern und Jugendlichen ist vermutlich irgendwann während der Corona-Hochphase die Decke auf den Kopf gefallen. Endlich wieder mit Freunden treffen oder auch mal mit anderen Erwachsenen als den eigenen Eltern sprechen. Mit Erwachsenen, die ein offenes Ohr und Verständnis für die Probleme der Kinder und Jugendlichen in Menden haben.

Solche Erwachsenen treffen die Mendener Kinder und Jugendlichen in den Stadtteiltreffs. Jetzt wieder. Und der Bedarf nach diesen Treffpunkten ist groß. Das zeigen die ersten Wochen nach den Wiederöffnungen der Treffs deutlich. Teilweise kommen jetzt sogar mehr junge Mendener als noch vor Corona in die Stadtteiltreffs. Allerdings sind es aktuell sogar mehr Jugendliche, als Kinder, die das eingeschränkte Angebot der Treffs wahrnehmen. Eingeschränkt, da eine Vielzahl an Angeboten draußen stattfinden muss und nicht in geschlossenen Räumen. Bei vielen herrschen Verunsicherung und auch Ängste, bei denen die städtischen Mitarbeiter*innen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Gesprächen ansetzen und auch teils Aufklärungsarbeit leisten.

Die meisten Einschränkungen gibt es derzeit im Treff „Das Zentrum“, mitten in der Innenstadt. Aufgrund der räumlichen Situation und der hohen Zahl an Stammbesuchern können Angebote im Zentrum nur nach Voranmeldung wahrgenommen werden. Die Mitarbeiterinnen des Innenstadttreffs haben sich aber zudem ein besonderes Programm ausgedacht, um das räumliche Manko auszugleichen. So sind sie montags und freitags von 13 bis 16 Uhr und mittwochs von 12 bis 15 Uhr auf den Spielplätzen im Stadtgebiet unterwegs. Auch montags und freitags (17 bis 19 Uhr) gibt es im Zentrum 2er Angebote aus dem Jugendzentrum, wie z.B. Kicker, Dart und Billard immer nur für zwei Personen. Mittwochs gibt es von 16:30 bis 18:30 Uhr den „Kümmerkasten“ - ein Gesprächs- und Beratungsangebot. Am Donnerstag werden den ganzen Tag Spiele aus der Garage des Treffs verliehen und von 12 bis 15 Uhr gibt es drinnen Brettspiele für zwei aus dem Kinderzentrum. Ebenfalls donnerstags wird von 16 bis 18 Uhr ein Tanzworkshop angeboten.

Grundsätzlich gehen die Kinder und Jugendlichen sehr diszipliniert mit der aktuellen Situation um. Es ist aber auch deutlich spürbar, dass viele froh sind, dass es auch für sie endlich wieder mehr Abwechslung in Menden gibt.

Der städtische Jugendtreff "Das Zentrum", Foto: Stadt Menden