Rund 75 Schnadegänger fanden sich am vergangenen Samstagmittag an sieben Haltestellen in Men-den ein, um gemeinsam mit dem Bus, den der Museums- und Heimatverein gesponsert hat, zum Startpunkt des vierten Streckenabschnittes des Schnadegangs in Niederoesbern gebracht zu werden. Veranstalter war wieder das Kulturbüro der Stadt Menden.
Am Start auf der Lütkenheide wartete bereits der Malteser Hilfsdienst, der die Grenzgänger auf der gesamten Strecke von 9,5 Kilometern begleitete.
Nach einer Begrüßung durch Stadtarchivar Stephan Reisloh und den Vorsitzenden des SGV Herfried Röntgen, wanderte die Gruppe gemeinsam Richtung Barge und nach Überquerung der B7 weiter zur Ruhr. Zwischendurch gab der Stadtarchivar wieder die beliebten Schnadegeschichten zum Besten. Zum Beispiel konnten die Wanderer eine in einer Hausfassade steckende Kanonenkugel auf dem Hof Linnhoff entdecken und erfuhren auch direkt, welche Kriegswirren an der Ruhr für die Kugel in einem Fachwerkbalken des Bauernhofs verantwortlich waren. Ebenso wurde von der Entstehung des Naturschutzgebietes „Ententeich“ berichtet.
Nach einer kleinen Rast beim Anglerverein Menden Frohnhausen ging es weiter entlang der Ruhr zum nächsten Halt zur Stelle in den Schwitter Feldern, an der im Jahr 1989 eine 35-Jährige und ihr 2-jährigen Sohn ermordet wurden. Dieser Mord wurde bis heute nicht aufgeklärt. Bemerkenswert ist, dass sich unter den Schnadegängern ein Zeitzeuge befand, der damals mit als erster am Tatort war.
Nach dieser Station in den Schwitter Feldern ging es für die Gruppe weiter zum Ziel der Strecke beim Kanuclub Menden. Dort wurden die diesjährigen Teilnehmer vom Vorsitzenden des Clubs Peter Küffner sehr herzlich empfangen. Beim traditionellen Grillen wurde der Abschluss des Schnadegangs 2026 gefeiert.
Das Kulturbüro dankt herzlich Herrn Röntgen vom SGV Menden, dem Malteser Hilfsdienst, dem Museums- und Heimatverein Menden, dem Angelverein Menden Frohnhausen e.V. sowie dem Kanuclub Menden e.V. für seine Gastfreundschaft.
Beim Schnadegang der Stadt Menden, werden traditionell am dritten Samstag des Septembers die Grenzen des Gemeindegebiets begangen. Was heute besonders Wanderer und Lokalinteressierte anlockt, diente ursprünglich der regelmäßigen Kontrolle angesichts angeblicher oder tatsächlicher Grenzverschiebungen durch die „Nachbarn“.



