Alle städtischen Schulen in Menden sind inzwischen an das LoRaWAN-Funknetz angebunden. Die während der Corona-Pandemie installierten Raumklima-Ampeln liefern damit nicht mehr nur Informationen zur Luftqualität, sondern werden zu einem wichtigen Werkzeug für das digitale Gebäude- und Energiemanagement. Über geschützte Dashboards können Verantwortliche auf einen Blick erkennen, wo beispielsweise geheizt wird, ob ein Fenster geöffnet ist, oder welche Auffälligkeiten beim Raumklima und Energieverbrauch bestehen.
Während der Corona-Pandemie wurden an den städtischen Mendener Schulen Raumklima-Ampeln installiert, um insbesondere die Luftqualität in den Klassenräumen im Blick zu behalten. Die vorhandene Sensorik bietet jedoch deutlich mehr Möglichkeiten: Neben dem CO₂-Gehalt erfassen die Geräte unter anderem Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Mit dem Aufbau des Mendener LoRaWAN-Funknetzes durch die Stadtwerke Menden GmbH entstand die Möglichkeit, diese bereits vorhandene Infrastruktur für weitere Anwendungsfälle zu nutzen. Ein erstes Pilotprojekt an der Nikolaus-Groß-Schule wurde 2024 genutzt, um die technische Umsetzung zu erproben und gemeinsam mit den beteiligten Akteuren Erfahrungen zu sammeln. Auf dieser Grundlage wurde das System weiterentwickelt und auf alle städtischen Schulen ausgeweitet.
Inzwischen sind sämtliche LoRaWAN-fähigen Raumklima-Ampeln der städtischen Schulen angebunden. Die erfassten Daten werden automatisiert übertragen, aufbereitet und in der Dashboard-Technologie der Stadt Menden visualisiert. Damit entsteht aus den einzelnen Sensoren ein übersichtliches digitales Werkzeug für das Gebäudemanagement.
Die Dashboards ermöglichen einen schnellen Überblick über die Situation in den einzelnen Gebäuden und Räumen. So können Auffälligkeiten erkannt werden, beispielsweise wenn vor den Ferien nicht alle Heizkörper runtergedreht wurden. Auch dauerhaft geöffnete Fenster oder ungewöhnliche Temperaturverläufe können sichtbar werden. Darüber hinaus lassen sich aus den Daten Rückschlüsse auf die Funktionsweise und Einstellung von Heizungssystemen ziehen.
Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für einen effizienteren Gebäudebetrieb. Statt auf einzelne Hinweise oder Beschwerden angewiesen zu sein, können die Verantwortlichen anhand der Daten erkennen, wo Handlungsbedarf besteht. Maßnahmen können gezielter geplant und überprüft werden. Insbesondere beim Energieverbrauch besteht dadurch ein erhebliches Einsparpotenzial.
Die gewonnenen Informationen stehen dabei nicht öffentlich zur Verfügung. Da die Daten Rückschlüsse auf den Betrieb einzelner Gebäude und Räume zulassen, sind die Dashboards zugriffsgeschützt. Zugriff erhalten die Facility Manager der Schulen sowie zuständige Kolleginnen und Kollegen des Immobilienservice Menden. Damit können diejenigen mit den Daten arbeiten, die für den Betrieb und die Bewirtschaftung der Gebäude verantwortlich sind.
Das Projekt zeigt zugleich, welchen Mehrwert die Kombination aus bereits vorhandener Technik und neuer digitaler Infrastruktur schaffen kann. Die Raumklima-Ampeln mussten für die neue Anwendung nicht neu angeschafft werden. Stattdessen wurde die bestehende Sensorik über das inzwischen etablierte LoRaWAN-Netz mit der städtischen Datenplattform verbunden und um eine zentrale Visualisierung ergänzt.
An der Umsetzung sind verschiedene Mendener Akteure beteiligt. Die Stadtverwaltung bringt die Kerntechnologie der Datenplattform mit, der Immobilienservice und die Facility Manager nutzen die gewonnenen Informationen für die praktische Arbeit. Die Stadtwerke Menden stellen mit dem LoRaWAN-Funknetz die technische Infrastruktur für die Datenübertragung bereit. Die mendigital GmbH begleitet die Umsetzung und setzt die Datenvisualisierung auf der Mendener Datenplattform um.
Das Beispiel verdeutlicht, wie aus einem zunächst für einen konkreten Zweck eingesetzten Sensorsystem Schritt für Schritt eine umfassendere digitale Anwendung entstehen kann. Die während der Corona-Pandemie installierten Raumklima-Ampeln werden damit zu einem Baustein für ein datenbasiertes Energie- und Gebäudemanagement.
Mit der flächendeckenden Anbindung der Schulen schafft Menden eine weitere Grundlage dafür, Energieverbräuche gezielter zu analysieren, Betriebsabläufe zu optimieren und Einsparpotenziale zu nutzen und baut die städtische Datenplattform kontinuierlich um weitere Anwendungsfälle aus. Das städtische Projekt ist Teil der „Modellprojekte Smart Cities“, die durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und die KfW gefördert werden.
