Wenn Kinder nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, finden sie in Pflegefamilien ein neues Zuhause. Doch wie gelingt es, diesen jungen Menschen nicht nur Geborgenheit, sondern auch maximale Sicherheit zu bieten? Unter dieser zentralen Fragestellung stand der diesjährige Fachtag für Pflegeeltern, der auf eine beeindruckende Resonanz stieß und zeigt wie wichtig den Pflegeeltern die Sicherheit und das Wohlbefinden ihrer Schützlinge ist.
„Dass drei Viertel unserer Familien heute hier sind, ist ein großartiges Signal“, hieß es seitens der Organisatoren. „Es zeigt die hohe Verantwortungsbereitschaft und das Engagement, mit dem die Pflegeeltern ihre anspruchsvolle Aufgabe wahrnehmen.“
Ein besonderer Schwerpunkt des Fachtages lag auf der Vorstellung des institutionellen Rechte- und Schutzkonzeptes der Abteilung Jugend und Familie der Stadt Menden. Die einzelnen Bausteine des Rechte- und Schutzkonzeptes wurden durch die koordinierende Kinderschutzfachkraft des Jugendamtes Menden Uschi Rosenthal vorgestellt. Damit wurde verdeutlicht, dass Kinderschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist: Nicht nur die Pflegeeltern, sondern auch sämtliche Fachkräfte in den verschiedenen Diensten und Einrichtungen des Jugendamtes sind fest in dieses Konzept eingebunden.
Ziel ist eine durchgehende Sensibilisierung für die Themen Kinderschutz und Beteiligung. „Es ist uns wichtig, dass Kinder nicht nur geschützt werden, sondern dass sie ihre Rechte kennen und aktiv beteiligt werden. Nur wer seine Rechte kennt, kann Unrecht benennen“, erklärten die Fachkräfte vor Ort.
Die Teamleitung des Pflegekinderdienstes, Theresa Röken, stellte vor, wie die Beteiligung der jungen Menschen gestärkt und ihre Selbstwirksamkeit erhöht werden kann.
Ebenso wurde dargestellt welche Angebote der Vernetzung in den vergangenen Jahren aufgebaut wurden.
Während die Pflegeeltern den Fachvortrag hörten, arbeiteten und spielten die Kinder und Jugendlichen in Gruppen nebenan im Treff Bösperde ebenfalls zu Themen rund um einige Kinderrechte.
Insgesamt waren 80 junge Menschen und ihre Pflegepersonen anwesend.
Trotz des großen Engagements der bestehenden Familien bleibt der Bedarf hoch. Es gibt immer wieder Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihren Ursprungsfamilien bleiben können und ein liebevolles, sicheres Umfeld auf Zeit oder Dauer benötigen.
Der Pflegekinderdienst der Stadt Menden ist daher ständig auf der Suche nach Menschen, die bereit sind, ihr Herz und ihr Zuhause zu öffnen.
Interessierte können sich in einem ersten Gespräch darüber informieren, welche Voraussetzungen wichtig sind und welche Form der Pflege zur eigenen Lebenssituation passt.
Der Fachdienst prüft gemeinsam mit den Interessenten die individuellen Möglichkeiten und bietet eine enge fachliche Begleitung und Beratung.
Wenn Sie mehr über die Aufgabe als Pflegefamilie erfahren möchten, wenden Sie sich gern ganz unverbindlich bei Nadja Rode, 02373 903-1459, n.rode@menden.de
