Initiiert durch einen Bürgerantrag und beschlossen durch den Rat überträgt die Stadt Menden (Sauerland) die Ratssitzungen live im Internet. In der ersten Erprobung des sogenannten „Rats-TV“ wurde eine Agentur aus Menden mit dem Livestream beauftragt. Hierbei wurde die Ratssitzung von zwei Personen gefilmt, die Kameras und auch der die Streamingtechnik per Hand bedient.
In der vergangenen Ratsperiode wurde dann der Ratssaal im Neuen Rathaus mit moderner Videokonferenztechnik ausgestattet. Diese wurde von einem Fachunternehmen installiert und eingerichtet. Dieses Unternehmen wartet die Anlage seither. Grundsätzlich wird die Technik vor der jeweiligen Ratssitzung auch durch die Mitarbeitenden des Büros der Bürgermeisterin getestet.
Das System selbst verspricht eine automatisierte Übertragung ins Internet. Dabei werden die Ratsmitglieder, die sich zu Wort melden, automatisch über mehrere im Raum montierte Kameras gefilmt. Die Kamera fokussiert durch Aktivierung des jeweiligen Mikrofons. Einzelne Sprechstellen können deaktiviert werden, wenn das jeweilige Ratsmitglied einer Übertragung nicht zugestimmt hat.
Leider zeigt sich in der Anwendung während der Ratssitzungen immer wieder eine zunehmende Störanfälligkeit dieses Systems. So muss während der Sitzung immer ein Mitarbeiter der Verwaltung die Technik im Auge behalten und nachsteuern, sollte etwas nicht korrekt dargestellt werden. Das System bietet allerdings nur sehr begrenzte Möglichkeiten in die Steuerung einzugreifen. In den vergangenen Sitzungen, vor allem in der Ratssitzung am 12. Mai sind zudem weitere technische Probleme mit der Tonanlage dazu gekommen. Diese ist Teil des gesamten Systems.
Die Stadtverwaltung wird nun das Unternehmen erneut kontaktieren, die Fehler beschreiben und zur Nachbesserung bzw. Reparatur auffordern. Das Unternehmen hat sich in der Vergangenheit immer offen und hilfsbereit gezeigt, konnte den genauen Fehler aber bislang nicht lokalisieren.
Sollte bis zur nächsten Ratssitzung eine fehlerfreie Übertragung ins Internet nicht garantiert möglich sein, wird das Rats-TV vorübergehend ausgesetzt.
Der Stream der jüngsten Ratssitzung wurde zudem vorerst aus dem Youtube-Kanal der Stadt entfernt. Unter anderem war im Stream ein Ratsmitglied zu sehen und zu hören dessen Einverständnis nicht vorliegt. Diese Passage muss daher aus dem Video entfernt werden, bevor es erneut veröffentlicht werden kann.