Schnadegang der Stadt Menden

 

Samstag, 19. September 2026, 14.00 Uhr

„Flussroute“ Von Niederoesbern bis zur Ruhrbrücke in Menden

„Schnadegang der Stadt Menden“

4. Teilstrecke: Länge ca. 9,5 km.

Unter der Leitung des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV), Abteilung Menden.

 

Beim Schnadegang der Stadt Menden, werden am dritten Samstag des Septembers traditionell die Grenzen des Gemeindegebiets begangen. Was heute besonders Wanderer und Lokalinteressierte anlockt, diente ursprünglich der regelmäßigen Kontrolle angesichts angeblicher oder tatsächlicher Grenzverschiebungen durch die „Nachbarn“. Nachdem 1975 das Mendener Stadtgebiet im Zuge der kommunalen Neugliederung verändert worden ist, wurde dieser alte Brauch fortgeführt, auch weil den Mendener Bürgern die neuen Grenzen vorwiegend unbekannt waren. Beim Ritual des „Poaläsens“ auf einem Schnadestein wird Neu- und Altbürgern noch einmal symbolisch die Stadtgrenze bewusst gemacht. Auf Wunsch gibt es dazu einen Schnaps. Während der Wanderung berichtet der Leiter des städtischen Archivs immer wieder spannende Schnadegeschichten.

 

Die Grenzbegehung beginnt um 14.00 Uhr in Menden-Niederoesbern, an der Haltestelle Lütkenheide. Von dort aus wandern wir Richtung Ruhr, überqueren die B7 und erreichen schon bald den ersten Rastpunkt beim Fischereiverein Menden/Frohnhausen e.V. Weiter folgen wir dem Lauf der Ruhr bis zum Etappenziel, Ruhrbrücke in Menden. Dort findet der Abschluss beim Kanuclub Menden mit Grillwürstchen und Getränken statt.  Das Mitnehmen von zusätzlichen Getränken und Proviant liegt im Ermessen jedes Einzelnen und hängt sicherlich auch von der Temperatur und den individuellen Bedürfnissen des Einzelnen ab.

 

Für die Hin- und Rückfahrt kann kostenlos ein Bus genutzt werden. 

 

Die Teilnahme wird auf Wunsch im Schnadegang-Ausweis bescheinigt. Bitte die ausgestellten Ausweise mitbringen. Erstgänger erhalten einen neuen Ausweis. Bitte festes Schuhwerk anziehen. 

Um 14:00 Uhr beginnt die Grenzbegehung in Menden-Asbeck, Hüstener Straße Kilometerstein 8,5.

Wer mit dem Bus fahren möchte,  findet sich bitte zu folgenden Zeiten an einer der folgenden Haltestellen ein:

13:00 Uhr Platte Heide Schule (Margueritenweg)

13:10 Uhr Halingen, Halinger Dorfstraße, Haltestelle “Sportplatz”

13:15 Uhr Bösperde, Kath. Kirche, Pfarrer-Wiggen-Straße 2

13:35 Uhr Menden Haltestelle Nordwall

13:45 Uhr Menden-Niederstadt/Arche Noah

13:50 Uhr Lendringsen, Haltestelle “Meierfrankenfeldstraße/ Walzweg”

14:00 Uhr an Asbeck, Hüstener Straße , Kilometerstein 8,5

Die Rückfahrt erfolgt über die gleichen Haltestellen ab Ruhrbrücke in Menden.

 

 

Wir wandern bei jedem Wetter! :)


Informationen im Kulturbüro:

Frau Wölki, Hauptstr. 48 (Altes Rathaus), 58706 Menden

Tel.: 02373 903-8761, s.woelki@menden.de


Bustransfer: Ein kostenloser Bus holt die Teilnehmer an Haltestellen innerhalb Mendens ab und bringt diese zum jeweiligen Startpunkt. Am Endpunkt bringt der Bus die Teilnehmer wieder zurück. Der Bustransfer erfolgt mit freundlicher Unterstützung des Museums- und Heimatvereins Menden (Sauerland) e.V.

Die Geschichte des Schnadegangs:

"Schnade" bedeutet so viel wie Grenze. Der Schnadegang ist also ein Grenzgang. Zurückzuführen sind die Rundgänge auf Streitigkeiten der Orte wegen angeblicher oder tatsächlicher Grenzverschiebungen. Früher dienten Waldschneisen, Bäche, Hecken oder Gräben als Grenzmarkierung. Bis zum 17. Jahrhundert dienten als Markierungen auch eigens gepflanzte Bäume, in die man mit der Axt ein Kreuz hineinschlug, später ging man zur Verwendung von Grenzsteinen (Hütesteinen) über. Es wurden nicht nur Stadtgrenzen abgeschritten, um nachzusehen, ob die Grenzsteine noch an Ort und Stelle waren, auch die Grenzen der Jagd-, Fisch- und Hudegebiete wurden auf diese Art gesichert. Der Rat, die Stadtverwaltung oder deren Beauftragte regelten bei diesen Gängen mit den Nachbarn die aufgetretenen Unklarheiten und Schwierigkeiten. Noch im 19. Jahrhundert hat Bürgermeister Papenhausen durch Schnadegänge wieder klare Grenzverhältnisse geschaffen. Dann ruhte der Brauch – Schnadegänge waren zeitweise durch Gesetz verboten, bis ihn Bürgermeister Rau, wahrscheinlich angeregt durch den Briloner Schnadezug, 1925 wieder zu neuem Leben erweckte. Zunächst beteiligten sich nur die Stadtverordneten und geladene Gäste. Nach 1945 wurde die gesamte Bürgerschaft hierzu eingeladen.

Download Faltblatt Schnadegang 2025 mit Streckenplan

Streckenplan alle 6 Abschnitte

Die Schnadesteine

Auf jedem Teilabschnitt wurde ein Schnadestein gesetzt, welcher zum “Poaläsen” genutzt wird. Hierbei wird der zu „Poaläsende“ von einigen Schnadegängern angehoben und über einen Grenzstein gehalten. Dann lässt man sein Hinterteil („Ääs“) mehrmals leicht auf den Stein („Poal“) prallen. Damit soll dem Neubürger der Standort des Grenzsteins nachhaltig bewusst gemacht werden. Gepoaläste Gemeindemitglieder werden „Poalbürger“ (Alteingesessene) genannt. Dazu gibt es einen Schnaps.